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Newsdetail

Größte Demonstration Deutschlands gegen ungleiche staatliche Förderung der Ergotherapie-Ausbildung

Am 04. Juli haben baden-württembergische Ergotherapie-Schulen für eine höhere staatliche Ausbildungsbezuschussung demonstriert. Mit rund 650 Teilnehmenden war es die größte Protestbewegung zu diesem Thema in Deutschland.

Ergotherapie-Schulen aus Baden-Württemberg demonstrieren in Stuttgart
Demonstrierende fordern eine Erhöhung der staalichen Ausbildungsförderung für die Ergotherapie-Ausbildung

Gleiches Recht für alle Therapieberufe – das fordern Ergotherapie-Schulen aus Baden-Württemberg. Aus diesem Grund haben sich rund 650 Personen am Karlsplatz in Stuttgart versammelt, um auf die ungleiche staatliche Ausbildungsförderung und die Auswirkungen des Fachkräftemangels auf die Gesellschaft aufmerksam zu machen.

„Wir zeigen die rote Karte für die ungerechte Ausbildungsfinanzierung zwischen den therapeutischen Berufen in unserem Bundesland!“, sagte Sandra Ohder, Dozentin an der SRH Fachschule für Ergotherapie Karlsbad-Langensteinbach, stellvertretend für baden-württembergische Ergotherapie-Schulen während der Demonstration in ihrer Rede. „In Deutschland zeichnet sich ein Fachkräftemangel in den therapeutischen Berufen bei einer gleichzeitigen Bedarfssteigerung ab. Die Schülerzahlen sind in den letzten Jahren um mehr als 25 % gesunken, Stellenausschreibungen nehmen mittlerweile einen größeren Platz an den Pinnwänden von Ergotherapieschulen ein als Stundenpläne. Unsere Schüler werden direkt von der Schule abgeworben“, erklärte Ohder.

Manfred Lucha (Grüne), Minister für Soziales und Integration im Landtag Baden-Württemberg, gab den Forderungen in seiner Rede grundlegend recht, verwies aber darauf, dass Zeit nötig sei, um Herausforderungen wie die Finanzierungsgestaltung zu bewältigen. Dennoch solle auch eine kurzfristige Entlastung geboten werden.

Im letzten Jahr hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt, Berufe der Heilmittelversorgung stärken zu wollen. Unter anderem sollten die Zugangs- und Arbeitsbedingungen für Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten verbessert werden, um dem bestehenden Fachkräfteengpass entgegenzuwirken. Mittlerweile sind private Schulen für Physiotherapie und Logopädie dazu verpflichtet worden, das Schulgeld auf monatlich 160,– Euro zu senken. Als Ausgleich für diese Ersatzschulen ist die Bezuschussung des Landes erhöht worden. Da Ergotherapie-Schulen den Ergänzungsschulen zugeordnet sind, sind sie von der angepassten Bezuschussung ausgeschlossen – das Schulgeld kann in diesem Ausbildungsbereich demnach nicht gesenkt werden. Die Demonstrierenden fordern daher die Anerkennung der Ergotherapie-Schulen als Ersatzschulen und eine sofortige Gleichstellung der Ausbildungsfinanzierung durch Anhebung der Landesförderung für die Ergotherapie.

Der Demonstration war ein Treffen von Schulleitern baden-württembergischer Ergotherapie-Schulen an der SRH Fachschule für Ergotherapie Karlsbad-Langensteinbach vorangegangen. Bei diesem waren die Problematik der ungleichen Förderung thematisiert und Maßnahmen definiert worden. Schulleiter und Verbände sind sich einig, dass bereits eine Abwanderung von Ausbildungsinteressenten in andere Therapie-Berufe spürbar sei. Auch der Umzug von Nachwuchskräften in andere Bundesländer, in denen die Ergotherapie-Ausbildung stärker bezuschusst wird, würde eine mögliche Konsequenz darstellen.

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Thomas Berger

Thomas Berger

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